Wolfram Preistabelle
Wolfram – ein Metall kosmischen Ursprungs
Das stärkste Metall der Erde hat seinen Ursprung in den Sternen.
So selten wie außergewöhnlich widerstandsfähig, gilt Wolfram als ein Element, das bei der Explosion massereicher Sterne – sogenannten Supernovae – entstanden ist. Seine außergewöhnlichen Eigenschaften sind das Ergebnis extremster physikalischer Bedingungen.
Zinn und Wolfram – die frühen Anfänge
Die Geschichte des Wolframs reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 16. Jahrhundert beobachteten Zinnbergleute im sächsisch-böhmischen Erzgebirge ein merkwürdiges Mineral, das häufig gemeinsam mit Zinnerz auftrat. Dieses unbekannte Begleitmineral erschwerte den Schmelzprozess erheblich: Die Zinnausbeute sank, während sich zunehmend schwere Schlacken bildeten.
Auf der Oberfläche der Zinnschmelze entstand Schaum, und wertvolles Zinn wurde in der Schlacke gebunden. In der bildhaften Sprache jener Zeit beschrieben die Bergleute das Phänomen sinnbildlich:
„Es reißt das Zinn an sich und frisst es, wie ein Wolf ein Schaf frisst.“
Aufgrund dieses Verhaltens erhielt das Mineral Namen wie „Wolffram“, „Wolffshar“ oder „Wolffram“ – Begriffe, die sich unter anderem auf das dunkle, haarige Erscheinungsbild des Minerals bezogen. Ein wenig verheißungsvoller Beginn für ein Metall, das später zu einem der wichtigsten Werkstoffe moderner Technik werden sollte.
Schwere Wurzeln eines Hochleistungsmetalls
Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckte der schwedische Chemiker und Mineraloge Axel Fredrik Cronstedt in der Eisenmine von Bispberg ein außergewöhnlich schweres Mineral. Er bezeichnete es als „tung-sten“, was im Schwedischen „schwerer Stein“ bedeutet.
Cronstedt vermutete, dass dieses Mineral ein bis dahin unbekanntes chemisches Element enthielt. 1781 gelang es dem schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele, aus dem Mineral eine neue Säure zu isolieren, die er als Wolframsäure (Wolframtrioxid) beschrieb. Der Uppsalaer Professor Torbern Bergman schlug daraufhin vor, das entsprechende Metall durch Reduktion mit Holzkohle zu gewinnen.
Die Geburt des Elements Wolfram
Der entscheidende Durchbruch gelang 1783 dem spanischen Chemiker Juan José de Elhuyar. Nach seiner Rückkehr nach Spanien analysierte er ein Wolframineral aus einer sächsischen Zinnmine und erkannte, dass es dieselbe Säure enthielt, die Scheele zuvor aus Tungsten gewonnen hatte. Durch Reduktion des Oxids mit Holzkohle stellte Elhuyar erstmals das reine Metall her.
Dieses neue Element erhielt den Namen „Wolfram“ – abgeleitet vom ursprünglichen Mineralnamen.
Vom Labor zur industriellen Schlüsselressource
Im 19. Jahrhundert begannen zahlreiche Wissenschaftler, die Eigenschaften von Wolfram und seinen Verbindungen systematisch zu erforschen.
1821 schlug K. C. von Leonhard den Namen Scheelit für das Mineral Calciumwolframat (CaWO₄) vor. 1847 wurde das erste Patent zur Herstellung von Natriumwolframat, Wolframsäure und Wolfram aus Zinnerz erteilt.
Weitere Patente folgten für wolframhaltige Stähle und selbsthärtende Werkstoffe. Diese Entwicklungen legten den Grundstein für die industrielle Nutzung und machten Wolfram zu einem unverzichtbaren Element moderner Werkstofftechnik.
1904 wurden Wolfram-Glühfäden patentiert, die die ineffizienten Kohlefäden ablösten und die künstliche Beleuchtung revolutionierten.
Wolfram in der modernen Industrie
In den 1920er-Jahren führte der Bedarf an Werkzeugen mit diamantähnlicher Härte und hoher Verschleißfestigkeit zur Entwicklung von Hartmetallen (zementierten Carbiden). 1923 wurde in Berlin das erste Patent für Hartmetall erteilt.
Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich Wolfram aufgrund seiner extremen Temperaturbeständigkeit und seiner legierungsstärkenden Wirkung zu einem strategisch wichtigen Metall. In der Nachkriegszeit führte der industrielle Aufschwung zu einer stark steigenden Nachfrage nach Wolframcarbid, insbesondere für Schneidwerkzeuge, Maschinenbau und industrielle Anwendungen.
Bis heute ist Wolframcarbid die wichtigste Anwendung für Wolfram – und ein zentraler Werkstoff für Hochleistungsindustrien weltweit.
Molytun Perspektive
Bei Molytun verstehen wir Wolfram nicht nur als Rohstoff, sondern als technologischen Enabler:
ein Material, das dort eingesetzt wird, wo Grenzen überschritten werden müssen – in Präzision, Temperatur, Belastung und Lebensdauer.